Der deutsch-japanische Künstler Jun Schäffer ortet sich nahe der Konzeptkunst.

Manchmal verwendet er auch ein „objet trouvé“. Seine poetisch anmutenden Medieninstallationen offenbaren ihren tieferen Sinn erst, wenn man sich weiter auf sie einlässt, sich Zeit nimmt.

Er studierte Japanisches Theater in Tokio und Film, Fernsehen und mediale Künste in Köln. Seine Geschichten basieren auf Themen, bei denen wir vielleicht oft nicht so genau hinschauen – wollen?

©2016 Text: Barbara Walser

Jun Schäffer

Jun Schäffer (*1964) wuchs in Köln und Tokio auf. Er studierte „Japanisches Theater“ an der Sophia Universität in Tokio und „Film und Fernsehen / Mediale Künste“ an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Seit 1996 arbeitet er als freier Künstler und Regisseur.

Ausstellungen

Villahotel Rheinblick, Köln (2017)

LANDMANN-31, Galerie Display, Köln (2016)

Kunstmeile Rodenkirchen, Köln (2016)

Street Gallery, Köln (2015)

Kunst im Carree, Köln (2014)

Thalia, Bonn (2011)

Trinitatis Kirche, Köln (1996)

Kölsche Akropolis/ Halle Tor 2, Köln (1996)

Berdux-Hallen, München (1995)

Ausstellungsmitarbeit

„Meditazioni Mediterraneo“ Studio Azzurro – Roppongi Hills Gallery, Tokio (2003)

„vision.ruhr – Kunst, Medien, Interaktionen“ – Zeche Zollern II/IV, Dortmund (2000)

„Ll fuoco, l’acqua, l’ombra“ Studio Azzurro – Kunst und Ausstellungshalle, Bonn (1998)

„Introspektion“ Galerie Paszti-Bott („Impromptu“ Thomas F. Fischer), Köln (1994)

„Die künstlerische Stilrichtung meiner Arbeiten entführt die Konzeptkunst und den Minimalismus in eine mediale Form. Bewegte Bilder und Standbilder dominieren bewusst oberflächlich die Installationen. Obwohl mit teilweise 24 bis 30 Bilder die Sekunde immer in Bewegung, sind die Arbeiten an sich „ruhende Werke“. So entstehen eigene Ordnungen, mit ihren eigenen Regeln und Gesetzen, die mit  Gegensätzen wie Zeit und Zeitlos, Endlichkeit und Unendlich operieren. Dabei stehen Konzept und Idee im Vordergrund, die ich für die künstlerische Arbeit als gleichwertig betrachte. Es werden Wechselwirkungen ästhetischer Prinzipien der abendländischen und der  japanischen Kultur ausgelotet. Meine Arbeiten sind ruhig, meditativ, aber auch gerne profan und verspielt.“ (Jun Schäffer)

Der Konzeptkunst nahe, basieren die Medieninstallationen von Schäffer auf einer Idee, einem Konzept, das mindestens gleichwertig mit der künstlerischen Ausführung ist. Manchmal verwendet er dabei auch ein „objet trouvé“.

Er beschäftigt sich intensiv mit seinen Themen, lotet dabei alle Tiefen, betrachtet von allen Perspektiven aus. Er sammelt all das dazu passende Material, oft eine große Menge, wobei er zum Schluss alles wieder löscht. Allein die Essenz, die er für sich herauskristallisiert hat, bleibt. Nur die Konzentration auf das Wesentliche existiert weiter.

Die Ästhetik der Objekte lässt sie zunächst leicht und poetisch erscheinen – die Kiefer, die vom Wind bewegt wird, das weite Meer, zart fallende Kirschblütenblätter. Wenn man sich dann auf die Geschichten einlässt, wird man tief betroffen. Es sind Geschichten, bei denen wir oft nicht hinschauen wollen, nicht daran denken wollen, nicht hinhören. Man muss sich dafür Zeit nehmen, Geduld aufbringen, eine Weile zuhören. Wie bei „mare“. Bei der immer gleichen Ansicht des idyllisch erscheinenden blauen Meeres erzählt die Tonspur alles weitere, um zu verstehen. Vielleicht erkennt man dann, woraus der klassische goldene Rahmen wirklich besteht.

Die Goldflächen, die die Kiefer zum Teil bedecken, knüpfen an die Nebelfelder an, die in der japanischen Kunst verwendet werden, um die einzelnen Szenen in den Geschichten zu vernetzen oder Teile der Geschichten zu verhüllen.

Als deutsch-japanischer Künstler verbindet er diese beiden Welten. Die abendländischen und japanischen kulturellen und ästhetischen Wechselwirkungen werden von ihm bewusst untersucht. ©2016 Text: Barbara Walser

Arbeiten

               kin

          matsu      halbwertuhr

                      mare       ginko    

                 dom46

                                 namiA + namiB 

                   Altar

Bühne | TV | Video

2006-2017 „Stunksitzung“ Bühnenshow, Köln (Gesamtkoordination + Co-Regie)

2006-2017 „Stunksitzung“ 90 Min. + 180 Min. Sendung WDR (Realisation)

2013 „30 Jahre Akademie för uns kölsche Sproch“ Gala in der Kölner Philharmonie (künstlerischer Leiter und Regie)

2013 „Akademie för uns kölsche Sproch“ PromoVideo für Stiftung Kultur Köln (Realisation)

2012 „Platanos de Canarias“ PromoVideo für EMC Gaia Consultoria de Comunicacion Madrid (Konzept + Realisation)

2011 ClickIt²“ Einspieler Bühne für Zartbitter e.V. (Storyboard)

2011 Ver.di Bundeskongress: „Kirche“ (Realisation), „Finanzkrise“ (Sprachregie), „Dienstleistung“ (Realisation) Einspielfilme für Hansen Kommunikation Köln

2010 „Respekt“ Wolfgang Nitschke (Realisation DVD/Videomarketing)

2010 „Click It²“ Bühne (Regieassistenz)

2010 „Todesstaub“ Dokumentation (Regiekonzept 90er Fassung)

2010 „Schieche – schön schräg“ (Realisation DVD)

2008-2012 „BÄM! Der Games Award“ – Gala/Preisverleihung für Computec AG (Regie)

2008 „3D Projekt“ für „Story Hotel“ Berlin (Drehbuchentwicklung)

2008-2010 „Phase 1“ + „Phase 2“ Blackbox Company, Köln (Mediale Betreuung)

2007 „Next“ mit Steve Blame – Pilotfolge (Formatentwicklung / Realisation)

2006 „Lavinia“ Dokumentation – für Croma TV, Hannover (Konzeption)

Regiearbeiten 2001-2006:

„Naturally 7“ PromoVidoe für EMI Deutschland (2006)

„Fiat/Blue & Me“Commercial b2b (2006)

„Ford/Nokia“Commercial b2b (2006)

„For Life“ Naturally 7, Musikvideo für EMI Japan (2006)

“Kim Wilde” EPK (2005)

“Naturally 7” EPK (2005)

“Maskerade” Werbung TV – b2c (2004)

„Badewelten“ Werbung TV – b2c (2003)

„Anders als man denkt“ (Kulturspeicher Würzburg, 45 Min.), Portrait Dieter Jung (2003)

„Online Music Awards 2002“

“New Order” The Palladium Concert (PopOnline, 120 Min) Konzertfilm (2002)

„Jon Spencer Blues Explosion“ (PopOnline, 125 Min.) Konzertfilm (2002)

„The Kelly Family“ (KelLife, 90 Min.) Konzertfilm (2002)

„World Of Reggae“ (Kingston, 8 Std.) Festivalfilm (2002)

„Die Firma“ (PopOnline, 90 Min.) Konzertfilm (2002)

„Aus ÖTV wird ver.di“ (Gewerkschaftsbund, 5 Min,) Imagefilm (2001)

„The Residents – Icky Flix Tour“ (PopOnline 100 Min.) Konzertfilm (2001)

„Beta Band“ (EMI Electrola, 95 Min.) Konzertfilm (2001)

„Sunkin“ (Müller, 5,30 Min.) Musikvideo (2001)

„Starsailor live“ (PopOnline, 95 Min.) Konzertfilm (2001)

„Fistfuck Hotel“ Transpunk/Belgien (Hautrecord, Belgien, 4 Min.) Musikvideo (2000)

POPKOMM TV für die Poponline GmbH (Köln) – 365 Tage Musikfernsehen im Internet. Eigenproduktionen (live + OnDemand) Reportagen, Interviews, Konzerte, Videoclips, Features, Magazine (2000-2003)

1999 Drehbuch und Regie bei dem Kurzfilm „Moll“ (mit Nina Petri, Paul Faßnacht, u.a.) gefördert durch das Filmbüro NW e.V.

außerdem

als Regieassistent:

„Köbes Classic“ (Regie: Elmar Herkenrath-Rundholz) für den WDR (2009+2012)

Jubiläumskonzert „25 Jahre Höhner“ (Regie: Nicole Klefisch) für den WDR (2008)

Kinofilm „Ode an die Freude“ (Regie: Masanobu Deme) für TOEI JAPAN (2005-2006)

Kurzfilm „Carrick Mor“ (Regie: Stéphane Tielemans) für X-Filme (2005)

als Cutter:

Doku „Tödlicher Staub“ (Kinofilm / 90 Min. / 2005)

Doku „La Enamorada“ (ChileTV / 51 Min. / 2005)

Doku „Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra“ (WDR / 44 Min. / 2004)

Doku „Todesursache: Schweigen“ (WDR / 44 Min. / 2003)

Doku „Verschwörung des Schweigens“ (ARTE / 55 Min. / 2003

Auszeichnungen

als Regisseur (Show);

MIDEMNET AWARD 2002 für die „Online Music Awards“

als Cutter (Dokumentation);

EUROPÄISCHEN FERNSEHPREIS ÖKOMEDIA 2004 für „Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra“

Referenzen

2013
regie und künstlerische leitung „30 jahre akademie för uns kölsche sproch“ (gala in der kölner philharmonie)

2011
Medieninstallation “Japan und das Meer” (zugunsten der erdbebenopfer in japan, im thalia bonn)

seit 2008
bühnenaufzeichunngen, z.b. wolfgang nitschke, rupert schieche, blackbox company

2008-12
regie “bäm! der games award” (im theater am tanzbrunnen köln, auf dem ringfest köln und im gloria köln)

seit 2006
regisseur der „stunksitzung“ realisator der aufzeichnung „stunksitzung“ für den wdr

2003
mitarbeit bei der ausstellung “meditazioni mediterraneo“, von studio azzurro im mori museum, tokio/japan

Media

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